Zuerst versuchen wir die Begriffe in der Überschrift zu erklären.
Bankroll:
Das Bankroll ist das Kapital des Spielers, eine separat angelegte Geldsumme, mit der er seine Pokerspiele finanziert. Seine Größe ändert sich je nachdem, wie er gewinnt oder verliert.
Management:
Die entsprechende Grösse des Einsatz aus dem zur Verfügung stehendem Kapital muss so gewählt werden, dass die Chance des Bankrollverlustes auch entgegen aller Schwankungen nur gering ist.
Spieler, die langfristig gewinnen, vermeiden so den Verlust ihres Kapitals.
Wenn das Ziel eines Spielers eine langfristiger Profit ist und nicht nur eine kurze Unterhaltung, dann spielt das notwendige Kapital sowie die Planung des zu erzielenden Profites wie bei jedem Unternehmen eine wichtige Rolle.
Diesem Thema widmen viele, vor allen Anfänger nicht genügend Aufmerksamkeit. Nach dem Verlust ihres Bankrolls nach anfänglicher Erfolglosigkeit geben sie meistens auf und probieren es nicht wieder.
Auch viele erfahrene Spieler machen denselben Fehler und denken über diese Frage nicht nach. Oft hört man von erfahrenen und im allgemeinen gewinnenden Spielern, die durch schnelle, unüberlegte Erhöhungen des Einsatzes immer wieder ihr Bankroll neu erspielen mussten. Meistens werden sie erst aus eigenem Schaden klug und lernen folgendes.
In diesem Artkel konzentrieren wir uns auf das No Limit Hold’em.
1. Grösse des Bankroll
Allgemeinen Erfahrungen zufolge liegt die Grösse des notwendigen Bankrolls für ein sicheres online Spiel bei 20-40 Buy-ins (1 Buy-in = 100 Big Blind).
Bei Hobbyspielern, deren Haupteinnahmequelle nicht das Pokerspiel ist, liegt das Bankroll bei 20 Buy-ins, Profipokerspieler benötigen aber einen grösseren Spielraum, deshalb empfehlen wir 40 Buy-ins.
2. Grössenschwankungen
Schwankungen der Grösse werden von verschiedenen Umständen beeinflusst:
· BB/100
Je grösser, desto kleiner sind die negativen Abweichungen.
· Wirkung der Pechserie
Wenn du diese nicht richtig händeln kannst, kann eine schlechte Serie von 2-3 Buy-ins leicht zu Verlustserien von 8-10 Buy-ins führen.
· Anzahl der Gegner
Je kleiner die Zahl der Gegner am Tisch, um so grösser die Schwankungen
· Dein Spielstil
Ein loose und agressiv spielender Spieler, der genauso schnell gewinnt wie ein tight un agressiv spielender, muss grössere Schwankunegn in Kauf nehmen.
· Spielstil der Gegner
Gegen loose-agressive, schwer zu blöffende Spieler wachsen die Schwankungen
· Grösse des Einsatzes
Je höher der Spieleinsatz, desto grösser die Schwankung, desto mehr Buy-ins sind notwendig.
Eine Verlustserie von 4-5 Buy-ins ist keine Seltenheit. Erfahrungswerte zeigen, wenn jemand noch keine Verlustserie von 10 Buy-ins und mehr hatte, heisst das nur, dass er noch nicht lange genug spielt.
3. Sicherheitsgefühl
Es ist sehr wichtig, dass man bei einem Einsatz das sichere Gefühl hat, genug Geld zu besitzen, um eine schlechte Serie zu verkraften. Die Grösse des Bankroll ist bei jedem Menschen eine andere. Konservative Menschen haben nicht selten eine Bankroll von 50+ Buyin-s. Wenn sie eine kleineres Bankroll hätten, würde das ihr Spiel negativ beeinflussen, selbst dann, wenn sie wüssten, dass das Risiko des Kapitalverlustes nur minimal ist.
4. Spielerwissen
Ein entsprechendes Bankroll ist nicht immer genug für den Schritt zu einem höheren Einsatz. Bei höheren Einsätzen sind die Spieler besser und es gibt nur wenige Looser. In strategischen Fragen muss man immer besser sein:
Spiel 50NL wenn:
· du die Eröffnungsstrategien gut beherrschst
· du dir gut vorstellen kannst, was der Gegner am river hat
· du keine Angst hast continuation bet anzuwenden
· du mindestens die grundlegenden mathematischen Theorien des Spieles verstehst
Wechsle zu 100NL wenn:
· du gut draw Hände spielen kannst
· du sich ergebende Semi-Bluff Situationen ausnutzen kannst
· du auch gute Blätter wegwerfen kannst, wenn es die Situation erfordert
· du in der Lage bist Blind Steal richtig anzuwenden
· du die Wichtigkeit der Position erkannt hast
200NL wenn:
· Die Raubversuche vor einem Flop erkennen kannst
· Preflop agrressiv genug bist
· In der Lage bist Multitable zu spielen
· Hände lesen kannst
· Value betting
400NL wenn:
· Du weisst, wann du zwischen check/raise und bet/3bet wählen musst
· die Position eine wichtige Rolle in deinem Spiel einnimmt
· du gut bei der Manipulierungen der Pot Grösse bist
· du nach einem Flop agrressiv genug spielen kannst
1000NL-wenn:
· deine Handlungen deine Hände nicht verraten
· du leicht einen kleinen Pot gewinnen kannst
· deine Gegner starke Blätter brauchen oder mit Grenzfallkarten ernste Geldsummen riskieren müssen, um gegen dich den Pot zu gewinnen
· du alle Spielstile spielen kannst
5. Test des ausreichenden Spielerwissens
Wie kann man feststellen oder testen, ob man in Besitz des notwendigen Wissens ist, um auf einer höheren Ebene spielen zu können?
Zuerst sollte man sich unbedingt das Poker Tracker Programm anschaffen und die bisher erreichten Ergebnisse analysieren. Man sollte untersuchen, wieviel man auf grund von mindestens 20000 Hände bei den momentanen Einsätzen gewonnen hat. Wenn das Ergebnis mindestens 2-3 BB/100 ist, kann man über den Schritt zu einer höheren Ebene nachdenken. Wenn das Ergebnis kleiner ist, sollte man wenigstens noch einmal 20000 Hände spielen und das Ergebnis erneut untersuchen.
Wer diesen Rat nicht berücksichtigt, läuft Gefahr trotz des vorhandenen Bankroll-s, wegen nicht ausreichendem Wissen auf dieser höheren Ebene zu verlieren. Früher oder später wird er mit dem Pokern aufhören, im schlimmsten Falle verliert er sein gesamtes Bankroll.
6. Levelwechsel:
Es gibt zwei Möglichkeiten auf eine höhere Spielebene zu wechseln:
a.)
Man sollte relativ sichere 20-40 Buy-ins sammeln und dann auf eine höhere Ebene gehen. Wenn das Bankroll auf 15 Buy-ins zurückfällt, ist es notwendig wieder auf eine niedrige Spielebene zurückzukehren.
b.)
Man kann auch mit 10-15 Buy-ins an dem höheren Level einen Versuch unternehmen. Nach dem Verlust von 1-2 Buy-ins, sollte man aber wieder zurückkehren und nur wenn das Bankroll entsprechend angeschwollen ist, kann man endlich bei dem höheren Einsatz bleiben. Wenn sich der Bankroll später wieder um 15 Buy-ins bewegt, ist es notwendig auf die niedrigere Ebene zurückzukehren.
7. Betrachtungsweise des Wechsel auf eine höhere Ebene
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten den Wechsel zu betrachten:l
a.)
Grinder Typ:
Jemand nimmt regelmäßig Geld aus seinem Bankroll, aber so, dass das Bankroll langsam aber sicher wächst. Er ist konservativ beim Wechsel in höhere Ebenen, oft spielt er mit einem Bankroll von 50 Buy-ins in einer Ebene.
b.)
Agressiver Typ:
Jemand möchte so schnell wie möglich in die Ebene mit den höchsten Einsätzen, die er noch gewinnen kann, gelangen. Deshalb nimmt er kein Geld aus dem Bankroll und probiert schon bei 20 Buy-ins in einer höheren Ebene zu spielen.
Beide Methoden kann man erfolgreich umsetzen. Es kommt auf die jeweilige Persönlichkeit an.