Ich glaube, in der einführenden Empfehlung kommt meine Bewunderung für den Film bereits zum Ausdruck. Der Film gefiel mir persönlich schon sehr, als ich die Spielregeln kaum kannte. Allein die Stimmung des Filmes, der Zauber, der die Spieler umgab bzw. der unglaubliche Elan, der den Hauptdarsteller Mike (Matt Damon) eigen ist, hat mich gefangen genommen.
Muss man die Geschichte wirklich jemanden erzählen? Gibt es unter unserer Lesern jemanden, der den Film noch nicht gesehen hat? Jurastudent Mike sammelte alle seine bisherigen Pokergewinne, um einmal ganz groß spielen zu können und verliert in einer unglücklichen Partie alles. Nachdem er sich die Finger verbrannt hat, beschliesst er, mit dem Pokern aufzuhören und sein Geld mit Transportfahrten zu verdienen. Der ganze Plan geht auch solange gut, bis sein größter Kumpel Worm (Edward Norton) aus dem Gefängnis entlassen wird.
Worm, Mike, Knish
Er überredet ihn wieder zu spielen. Mike's Philosophie besteht im Grunde darin, sauber zu spielen, sich ständig weiter zu entwickeln, um immer mehr und mehr zu gewinnen. Worm hingegen sucht das schnelle Geld, spielt gut und kann ganz „schlau” die Karten mischen, so das er Mike oft ausgezeichnete Karten zuspielen kann. Im Film ist dies auch der Grund aller Gegensätze bzw. der Umstand, dass ein riesiger Schuldenberg durch das Kartenspielerpaar so schnell wie möglich abgetragen werden muss. Da Worm bei dem sehr gefährlichen Teddy KGB Schulden gemacht hat, sind die Möglichkeiten nur sehr begrenzt. In wenigen Tagen müssen sie mehrere Tausend Dollar Spielschulden ( Worm hat $15.000 Schulden) auftreiben. Da es vielleicht doch noch jemanden unter Euch gibt, die den Film nicht gesehen haben, will ich nicht verraten, wie der Film endet. Betrachten wir lieber noch ein paar interessante Sachen , die im Zusammenhang mit dem Film erwähnt werden sollten.
Wusstet ihr z.B. , dass…
- Der Start beider Hauptdarsteller an der WSOP 1998 wurde vom Binion’s Horseshoe Casino gesponsert. Matt Damon saß bei Doyle Brunson am Tisch. Norton verlor mit einem full house gegen einen zehner Poker, ca. eine halbe Stunde später musste Matt Damon gerade gegen Brunson sein Spiel beenden. Damon ging mit KK vor dem flop all-in, worauf Doyle ihm sagte: „I hate to do it to ya, Matty” (Ich hasse es, dass ich das gerade gegen dich machen muss, Matty) und antwortete mit AA auf das all-in.
Johnny Chan
- Johnny Chan spielte nur deshalb im Film mit, weil seine Tochter unbedingt Matt Damon treffen wollte.
- Chris Ferguson war der Meinung, dass der echte Held des Filmes Joey Knish ist (der Überlebenskünstlerunter den Pokerspielern).
- Die Szene, in der Mike das Spiel der Richter analysiert (Judge’s Game) ist stark übertrieben. In Wirklichkeit können nur die besten Spieler ein bestimmtes Range dem Gegner geben. Es ist fast unmöglich genau zu sagen, was für ein Blatt bei einem anderen ist.
- Am Anfang des Filmes nimmt Mike sein gesamtes Geld aus dem Buch „Super/System” von Doyle Brunson, obwohl auch in diesem Buch geschrieben wird, dass man nie sein gesamtes Geld bei einem einzigen Spiel einsetzen darf. Mike hatte aber genau das vor. Wenn sie gewusst hätten, was Mike vorhat, hätten sie ihm unseren Artikel über Bankroll Management empfehlen können.
- Die amerikanische Punk Rock Gruppe Public Uproar schrieb gleich nach dem Fim den Titel „Rounders”.
- Im Film ist nicht eindeutig sichtbar, was Teddy KGB (John Malkovich) in der Hand hielt. Man ist allgemein der Meinung, dass er eher ein AA hatte. Darauf deutet auch der Satz am Ende hin: „Dieses Ass konnte dir auch nicht mehr helfen.” (That ace could not have helped you).

Teddy KGB
Interessante Auszüge aus dem Film (Best quotes):
Mike: „Listen, here's the thing. If you can't spot the sucker in the first half hour at the table, then you are the sucker” ( Ich sage dir, wie die Sache läuft. Wenn du in der ersten halben Stunden den Looser nicht erkennst, bist du es selber. )
Worm: „I guess the sayings' true. In the poker game of life, women are the Rake man. They are the fuckin' Rake.” ( Ich glaube, das Sprichwort ist wirklich wahr. Im Leben des Pokerspielers sind die Frauen das Rake...das verschiesene Rake.)
Mike: „It's immortal to let a sucker keep his money.” (Es ist unmoralisch, sein Geld bei einem Looser zu lassen)
Einige Fehler im Film (Goofs):
Als Mike und Worm zu Gramma gehen, kaut Worm auf einem Trinkhalm, den er unterwegs ausspukt, als er anfängt mit Gramma herumzuschreien. Als ihn Gramma plötzlich anpackt, hat er den Trinkhalm wieder im Mund.
In der Szene, in der Worm und Mike zu der Polizeiparty gehen, haben die Polizeiwagen auf dem Dach rote und blaue Sirenen. In Wirklichkeit benutzen die New Yorker Polizeiautos nur rote Lampen. Ausserdem entspricht die Polizeiuniform nicht der wirklichen New Yorker Polizeiuniform.
Weitere Angaben zum Film: Filmtitel: Rounders (1998) [Miramax Films] Regisseur: John Dahl Hauptdarsteller: Matt Damon (Mike) Edward Norton (Worm) Spielfilmlänge: 121 Minuten IMDB rate: 7,2/10
Im Dezember 1997 begannen die Dreharbeiten zum Film. Den größten Teil der Filmszenen wurde in New York aufgenommen, abgesehen von den Filmszenen, die auf der Jurauni spielen. Sie entstanden auf der „Rutgers Law School on Newark, New Jersey).
Weitere Filmtipps:
The Cincinnati Kid (1965) The Sting (1973)
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