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Sit and Go - Die Anfangsphase
Autor: Redaktion01. 09. 2008
Jedes Sit & Go Tunier kann in 3 Phasen aufgeteilt werden (Anfangs-, Mittel-, Endphase). Für jede Phase benötigt man unterschiedliche Strategien. Dieser Artikel gibt uns einen Leitfaden wie wir in der Anfangsphase spielen sollten.
Wir verstehen unter der Anfangsphase eines Sit & Go-s die ersten drei Blindstufen. Hier ist Tight-Play angesagt. Man findet schon in dieser Phase „Maniacs” die viel zu früh ihr ganzes Stack „unnõtig” riskieren. Wenn mehrere solcher ungeduldigen Spieler aufeinandertreffen, hat man gute Chancen, dass sie sich gegenseitig rauskegeln, und gleich sind wir der ITM ein wenig näher. Unser Ziel in dieser Phase ist das Überleben. Wichtig ist, dass wir geduldig spielen und nur mit Premium Karten ins Geschehen einsteigen.

Es gibt mehrere Gründe, warum man nicht mit zu vielen Händen spielen sollte. Am Anfang des Tuniers sind die Blinds so klein, dass es sich nicht lohnt Blinds zu stehlen. Der Pot ist auch sehr selten so gross, dass es sich lohnen würde darum zu kämpfen und damit unnötige Risiken einzugehen. Und vergessen wir nicht die „Maniacs”, die nur darauf warten mit uns preflop Allin zu gehen. Lassen wir sie nur gegeneinander spielen, sie werden sicherlich später niemanden fehlen. Es ist natürlich sehr nervig, wenn wir an einem Tisch sitzen, wo jemand jede Runde preflop Allin geht, aber betrachten wir sie als Verbündete, denn mit diesem Spiel helfen sie uns eigentlich. Wir sollten nur den Spielverlauf von aussen betrachten und so viele Informationen, wie möglich für die kommenden Phasen uns über den Gegner merken.  

In der Anfangsphase sollten wir das Limpen mit marginalen Händen vermeiden. Kann sein, dass beim Cash Game solche HoleCards spielbar sind, aber in Sit & Go Tunieren darf man dies nicht, vorallem nicht in dieser Phase. Es kann uns sehr viele Chips kosten, dass wollen wir natürlich nicht.

Aber starke preflop Karten muss man aggressiv spielen. Bei Karten wie, AA, KK, QQ, JJ, AK, AQ sollte man immer erhöhen. Wegen den niedriegen Blinds zahlt es sich nicht aus standard 3xBB zu erhöhen. Eine 3xBB erhöhung können viele Spieler halten. Erhöhen wir ruhig auf 4-5BB, so haben wir die besten Aussichten in HeadsUp mit jemanden zu kommen, wo wir schon mit einem hohen Paar gewinnen können. Falls die Gegner unser Erhöhung als zu hoch empfunden haben, und alle nur folden, ist uns das auch Recht.  Es ist immer noch besser die Blinds zu kassieren, als mit einem starken Paar uns zu verabschieden.  

Schauen wir uns an, was wir machen können, wenn jemand gegen uns preflop All-in geht . Bei so einer Situation müssen wir uns genau überlegen, ob wir unseren ganzen Stack hineinschieben. Wenn wir keine Asse oder Könige in unserer Hand halten, ist es besser unser Blatt zu folden. Wenn wir z.B. AQ halten, was eventuell ein Gewinnerhand ist, haben wir tortzem schlechte Karten gegen einen AK oder einen PocketPair. Mit einem Fold können wir unsere Chips für später retten, wo wir sie dann wirklich brauchen werden.

Wenn wir also AQ in der Hand halten und damit 4-5BB erhöhen, und jemand hält, dann müssen unseren nächsten Schritt  ganz genau überlegen. Wenn der Flop gut für uns ist, dann können wir ruhig mit einem Cbet fortfahren. Hier ist mindenst empfohlen den halben Pot zu erhöhen. Aber falls ein Flop kommt wie z.B. 89T, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass unser Gegner bei einem Cbet mitgehen wird, deshalb ist es besser das Tempo zu verringern und nicht unnötig Chips aus dem Fenster zu schmeissen. Hier wäre es am Besten mit einem Check ein Freecard zu bekommen. Aber falls es nicht klappt und unser Gegner einen Bet macht, ist es keine Schande uns von unserer Hand zu verabschieden. Kann zwar sein, dass unser Gegner nur blöfft oder einen Semiblöfft macht (z.B. mit einem mittlerem PocketPair), aber es ist besser hier aufzugeben und unser Stack für später zu sparen.

Mit kleinem und mittlerem PocketPairs können wir limpen um ein Flop billig zu sehen. Es ist sogar in Ordnung, wenn wir ein kleines Raise mit PocketPairs halten und hoffen dass wir einen Set mit dem Flop bekommen. Ohne Set sollten wir keine weiteren Chips mit diesen Karten verjubeln.

Es wird uns mit der Zeit oft so vorkommen, dass andere Spieler einen überlegenen Stack aufbauen, während wir auf einer Stelle stehen und fortlaufend folden. Es kann vorkommen, dass wir 10-15 Minuten lang keine richtigen Karten bekommen, mit denen wir ins Spiel einsteigen können. Begehen wir nicht den Fehler, uns zu lockeren und mit schwächeren Karten zu spielen. Mit diesem Zug werden wir nur langsam aber sicher unsere Chips los. Bleiben wir geduldig und beginnen wir die Attacke in richtiger Zeit mit richtigen Karten. Es ist natürlich ein gutes Gefühl, schon am Anfang mit einem grossen Stack am Tisch zu sitzen, aber dies ist nicht ausschlaggebend. Die entscheidenden Zeiträume in einem Sit & Go sind die Mittel –und Endphase. Die geübten und erfahrenen Spieler werden erst in diesen Phasen ihren Stack aufbauen. Beim nächsten Male werden wir uns mit der Mittelphase gründlich befassen.


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