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Das notwendige Plus - Erik Seidel
Autor: Eric Seidel13. 01. 2008
Heute kann man nicht mehr in einen Buchladen gehen ohne über ein Pokerbuch zu stolpern. Wie spielt man AK aus einer frühen Position auf einem Sechsertisch? Soll man mit einfarbigen Karten vom Button erhöhen, wenn vor uns mitgegangen wurde? Wann sollte man die 2 Asse in unserer Hand „ langsam“ spielen ?
Heute gibt es bereits Dutzende von Büchern auf dem Markt, in denen erfolgreiche Pokerspieler diese Fragen beantworten. Es gibt z.B. ein Buch, wo ein ganzer Abschnitt sich damit beschäftigt, wie bestimmte Karten in bestimmten Situationen gespielt werden können. Sicher ist es lehrreich und nützlich zu erfahren, was die Autoren in bestimmten Fällen raten, aber man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass man auf die meisten Fragen eine Antwort mit folgenden Anfangsworten erhalten wird  „ Das hängt davon ab...
 
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Eric Seidel

Das Pokerspiel ist ein ungemein komplexes Spiel. Es gibt Spieler wie z.B. Chris Fergusen, der seine Gewinnchancen in fast jeder Situation ausrechnen kann, aber es gibt keine Regeln, wie man die Karten spielen sollte. Zahlen und Gewinnchancen sind wichtig, aber wenn unser Spiel auf einer höheren Gewinnebene stattfinden soll, ist es empfehlenswert an folgenden drei Dingen zu arbeiten: Kreativität, Vorstellungskraft und Flexibilität.

Es gibt die verschiedensten Spielstile, die man sich  aneignen kann. Untersucht man das Spiel von erfolgreichen Spielern wie z.B. das von Gus Hansen, kann man feststellen, dass hinter seinen oft verrückt scheinenden Spiel  ein gut aufgebautes System steckt. Oder betrachten wir das straffe , disziplinierte Spiel von David Sklansky. Es ist gut so viele Spielstile wie möglich zu betrachten,  zu untersuchen und zu versuchen,  sie in sein Spiel einzubeziehen bzw. in entsprechenden Situationen anzuwenden.

Wenn an einem Tisch ein lockeres Spiel läuft, sollte man nur mit wenigen Karten spielen. Ist der Tisch ein Felsengarten (rock garden), können unsere Bluffs gegebenenfalls effektiver sein. Am wichtigsten ist es, nie zu glauben, dass eine Entscheidung unumstößlich ist, sondern man sich den Situationen anpassen muss. Die Fähigkeit der Anpassung erfordert viel Übung.
Das „shorthanded“ Spiel ist eine gute Möglichkeit an seiner Kreativität zu arbeiten, denn dabei muss man viel mehr Entscheidungen treffen als an Tischen mit 9-10 Personen.
Man sollte sich auch einige Zeit dem Sit&Go Spielen widmen, bei denen man wegen der Blinderhöhungen gezwungen wird mehr Hände zu spielen.

Das Vorstellungsvermögen ist das Herzstück des Pokerspiels. So wie es keine Methode gibt, ein Lied zu komponieren oder ein Bild zu malen, gibt es auch keine Vorschrift, wie man Poker spielt. Die besten Spieler experimentieren ständig und probieren etwas aus. Das Schöne am Pokerspiel liegt eben darin, dass es immer wieder Neues und Interessantes bietet.
 
Verfasst von: Erik Seidel

Quelle: Full Tilt Poker

Eric Seidel gewann bis heute 8 WSOP Bracelets, und ist unter den Top 10 der WSOP Geldrangliste.


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